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Studie: Gibt es einen genetischen Zusammenhang zwischen Körpergewicht und psychiatrischen Erkrankungen?

Internationale Studie, vorgestellt auf Medscape am 3.2.2020

Ein internationales Forscherteam ist zu dem Schluss gekommen, dass es einen engen genetischen Zusammenhang zwischen Körpergewicht und psychiatrischen Erkrankungen gibt. Die Studie wurde am 8. Januar in der Zeitschrift JAMA Psychiatry online veröffentlicht [1].

Auf der Basis von über 500.000 Daten von Patienten mit schweren Depressionen, bipolaren Störungen (BAS, bipolare affektive Störung) und Schizophrenie konnten die Untersucher weitreichende genetische Überschneidungen zwischen dem Body-Mass-Index (BMI) und diesen psychiatrischen Störungen feststellen.

Sie fanden dabei heraus, dass die genetischen Risikovarianten für schwere Depressionen und BAS in erster Linie mit einem erhöhten Gewicht assoziiert waren, während die Mehrzahl der genetischen Varianten für Schizophrenie mit einem geringeren Gewicht zusammenhing.

„Diesen Unterschied fanden wir sehr interessant“, sagt der Leiter der Untersuchung Prof. Dr. Ole A. Andreassen, und, gegenüber Medscape. „Die meisten Genvarianten, die sich bei BMI und Depression/bipolare Störung überlappen, gingen in die gleiche Richtung und waren mit einem höheren BMI verbunden.“

„Ist man also für einen erhöhten BMI anfällig, besteht auch eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Depression oder eine bipolare Störung“, folgert Andreassen, der Professor an der Universität Oslo ist. „Bei der Schizophrenie ist es genau umgekehrt: Wenn man ein erhöhtes Schizophrenierisiko aufweist, ist die Wahrscheinlichkeit für Fettleibigkeit geringer.“

Geringere Lebenserwartung

Für Personen mit schweren psychiatrischen Störungen ist die Lebenserwartung im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung um 10 bis 20 Jahre vermindert. Dieser Unterschied, so die Untersucher, sei vor allem auf die hohen Raten an kardiometabolischen Risikofaktoren wie Adipositas zurückzuführen, die in signifikantem Ausmaß an kardiovaskulären Komorbiditäten beteiligt sind.

Obwohl sowohl Verhaltens- und Lebensstilfaktoren als auch Psychopharmaka signifikante nachteilige Folgen für den Stoffwechsel haben können, wird der polygene Charakter der wichtigsten psychiatrischen Störungen immer deutlicher. Tatsächlich gibt es eine große erbliche Komponente sowohl für die Adipositas als auch für schwere psychiatrische Störungen.

Darüber hinaus haben frühere genomweite Assoziationsstudien (GWAS) gemeinsame Varianten identifiziert, die an BMI und Schizophrenie, BAS und schweren Depressionen beteiligt sind. Dennoch existieren immer noch relativ wenige Daten über genetische Varianten, die sowohl die großen psychiatrischen Störungen als auch den BMI gemeinsam beeinflussen.

Bitte lesen Sie die deutschsprachige Veröffentlichung hier weiter: https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4908587?nlid=133799_3081&src=WNL_mdplsnews_200203_MSCPEDIT_DE&uac=244713MZ&faf=1#vp_1

Zum Original-Artikel in englischer Sprache gelangen Sie hier https://www.medscape.com/viewarticle/923854

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