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Quarks: Fragen und Antworten zu Suchterkrankungen

Was passiert dabei im Gehirn, warum wird man sie schlecht wieder los und was hilft?

Alkohol und zu einem gewissen Grad auch Nikotin gehören fast selbstverständlich zu unserem gesellschaftlichen Leben. Besonders beim Alkohol gibt es eine ausgeprägte Kultur – mit Wein- oder Whiskyproben, Weinwanderungen, Cocktailpartys oder einfach dem abendlichen Bier. Aber was, wenn wir uns ohne das Bier vor dem Fernseher oder den Wein zum Abendessen nicht mehr wohlfühlen? Wo hört der Genuss auf und wo fängt die Sucht an?

Diese Frage betrifft viele Menschen in Deutschland. Die am weitesten verbreitete Sucht ist der gesellschaftlich akzeptierte Alkohol: In der ambulanten und der stationären Suchtbehandlung werden die meisten Patientinnen und Patienten deswegen behandelt, gefolgt von Cannabis und Opioiden – also etwa Heroin.

Doch wann genau gilt jemand als drogensüchtig? Das hängt von verschiedenen Kriterien ab, die im Laufe der Jahre immer wieder angepasst werden. Im deutschen Gesundheitssystem richten wir uns nach der „Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“ (ICD). Derzeit gilt noch die Version 10, ab Januar 2022 soll ICD-11 genutzt werden – beschlossen wurde sie bereits im Mai 2019 auf der 72. Weltgesundheitsversammlung.

Die ICD-11 sieht für Drogenabhängigkeit drei Kriterien vor. Treten zwei von ihnen über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten auf, gilt jemand als abhängig.

Verminderte Kontrolle über den Konsum: Betroffene können nicht mehr selbst regulieren, wann und wie viel sie konsumieren, unter welchen Umständen oder wann sie aufhören. Oft wird das von einem starken Verlangen (Craving) begleitet, aber nicht immer.
Steigende Priorität: Die Droge nimmt einen immer größeren Stellenwert im Leben ein, wodurch andere Dinge vernachlässigt werden. Soziale Kontakte, der Beruf, andere Verantwortungen, Hobbys und die Gesundheit treten in den Hintergrund. Obwohl dies zu Problemen führt, konsumieren die Betroffenen die Droge weiter.
Physiologische Merkmale: Betroffene benötigen immer mehr von der Droge, weil sie eine Toleranz entwickeln. Fehlt der Nachschub, zeigen sich Entzugssymptome. So wird es immer wichtiger, die Droge einzunehmen, um die Symptome zu verhindern oder zu lindern.

In der Wissenschaft – und auch in den USA – wird zur Einordnung das „Diagnosehandbuch für psychische Störungen der American Psychiatric Association“ (DSM-5) genutzt. Hier sind die Kriterien zwar ähnlich, aber in elf Merkmale aufgefächert.

Weiterlesen unter Quarks: https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/alles-zum-thema-sucht/

 

 

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